Dauerbeflaggung vor dem Ratshaus: Wohl gut gemeint, aber…

Der Bürgermeister der Stadt Radevormwald, Dejan Vujinovic, hat entschieden, dass vor dem Rathaus ab dem 1. November dauerhaft die Flagge der Bundesrepublik Deutschland, des Landes NRW und der Stadt Radevormwald gehisst werden sollen. Diese Entscheidung hat zwischenzeitlich in der regionalen Berichterstattung Beachtung gefunden.

Wir halten es für die aufrichtige Absicht des Bürgermeisters, die deutsche Flagge nicht den Faschisten zu überlassen und diese Absicht für – aus seiner Sicht – nachvollziehbar. Wir sind dennoch der Ansicht, dass diese Entscheidung und der mit ihr verbundene Appell an einen positiven Nationalstolz zu diesem Zeitpunkt und in dieser Form das falsche Signal sendet.

Der Gedanke war ehrlich, aber nun klatschen die Falschen am lautesten Applaus:
Es sind die Faschisten aus der AfD und rechts von ihr, die sich diese Aktion des Bürgermeisters nun zu eigen machen. Eben diejenigen, denen der Bürgermeister die Farben Schwarz-Rot-Gold durch seine Aktion entreißen wollte.

Ausgesprochen ungeschickt war es daher von ihm, gegenüber Sat.1 genau das nicht deutlich zu sagen, sondern völlig undifferenziert zu erklären, die deutsche Flagge werde immer wieder von “extremen Rändern” genutzt. Damit greift er die AfD und ihr Umfeld nicht direkt an. Im Gegenteil kann die AfD mit dieser Aussage mitgehen, da auch sie sich formal “gegen jeden Extremismus” positioniert, dann aber stets nur fortschrittliche Kräfte als vermeintliche “Gefahr von links” diffamiert.
Wenn man links und rechts gleichsetzt, gewinnt immer die AfD, denn diese Gleichsetzung verharmlost die faschistische Gefahr.

Wir wünschen uns deswegen von Bürgermeister Vujinovic, wenn schon, dann eine offensive Haltung in dieser Frage: Er sollte klar benennen, gegen wen sich seine Aktion richtet.

Was die politische Linke in Deutschland anbelangt, so kann er sicher sein, dass wir diese Flagge nicht für uns vereinnahmen werden.

(Bild: Valentin Ivantsov ; Lizenz: Pexels)