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Leserbrief von Fritz Ullmann zum Artikel „Antrag gegen Dienstwagen für Bürgermeister gescheitert“

Leserbrief zum Artikel „Antrag gegen Dienstwagen für Bürgermeister gescheitert“
erschienen in Nr. 163 Jahrgang 81 vom 17. Juli 2026 der Bergischen Morgenpost, Seite 20;
Radevormwalder Nachrichten, C6

Sehr geehrte Redakteurinnen und Redakteure der Bergischen Morgenpost,

zuerst möchte ich mich für die laufende Berichterstattung aus den Ratssitzungen bedanken.
Gerade in einer kleinen Stadt ist es von nicht zu unterschätzendem Wert, dass die Pressevertreterinnen und -vertreter selbst von den Ratssitzungen berichten, anstatt sich alleine auf Pressemitteilungen von Verwaltung und Parteien zu stützen, die naturgemäß ihren jeweils eigenen Blickwinkel haben.

Natürlich ist es im Rahmen eines Artikel unmöglich, alle Aspekte in vollem Umfang darzustellen. Zwei Informationen fehlen in diesem Artikel allerdings, die Ihre Leserinnen und Leser wissen sollten, um den Vorgang sachlich beurteilen zu können:

1. Der Bürgermeister hatte bereits Zugriff auf ein Dienstfahrzeug, das Teil des Fahrzeugpools der Stadt ist und, wenn er es nicht benötigt, anderen Mitarbeitern der Stadtverwaltung zur Verfügung steht.

2. Die Verwaltung hat zu keinem Zeitpunkt inhaltlich begründet, warum (auch in Anbetracht dessen) die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs, dass dem Bürgermeister exklusiv zur Verfügung steht und von ihm zusätzlich privat genutzt werden kann, überhaupt notwendig ist.

Ergänzend übersende ich Ihnen anliegend meine Rede aus der Sitzung und danke vorab für eine Veröffentlichung des Leserbriefs.

Mit freundlichen Grüßen
gez.

Fritz Ullmann

Jens Nettekovens (MdL, CDU) Antwort an Fritz Ullmann (Stadtrat, LF)

Wir dokumentieren hier die Reaktion von Jens Nettekoven, Mitglied des Landtags NRW für den Wahlbezirk Remscheid und Radevormwald, auf die Stellungnahme unseres Stadtverordneten Fritz Ullmann zu den Aussagen des neuen Vorsitzenden der Linkspartei, Luigi Pantisano, in voller Länge. Wir sind der Ansicht, so am Besten zu gewährleisten zu können, dass jeder die vorgebrachten Argumente abwägen und sich eine eigene Meinung bilden kann.


Pantisano stellt CDU auf eine Stufe mit Faschisten – und Radevormwalds Stadtverordneter Fritz Ullmann klatscht Beifall

Quelle: https://www.nettekoven.nrw/2026/06/24/pantisano-stellt-cdu-auf-eine-stufe-mit-faschisten-und-radevormwalds-stadtverordneter-fritz-ullmann-klatscht-beifall/

Screenshot vom 2.7.2026

Der CDU-Landtagsabgeordnete für Remscheid und Radevormwald, Jens Nettekoven, nimmt die heutige Pressemitteilung des Radevormwalder Stadtverordneten Fritz Ullmann zum Anlass, seine Kritik an den Äußerungen des neuen Linken-Bundesvorsitzenden Luigi Pantisano zu bekräftigen und erklärt:

„Die heutige Pressemitteilung des Radevormwalder Stadtverordneten Fritz Ullmann, der im Stadtrat das „Linke Forum“ vertritt, lässt jedes politische Augenmaß vermissen. Statt die empörende Aussage des neuen Bundesvorsitzenden der Linkspartei, Luigi Pantisano, klar zu verurteilen, versucht Herr Ullmann sie noch zu verteidigen und zu relativieren.

Herr Pantisano sagte in einem Interview wörtlich: ‚Letztlich gibt es auch gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst.‘ Diese Gleichsetzung ist nicht nur geschmacklos, sie ist eine historische Entgleisung und eine Verhöhnung aller Opfer des Nationalsozialismus. Zwar hat Herr Pantisano im Nachhinein um Entschuldigung gebeten und seine Aussage als „verkürzt und in dieser Form falsch“ bezeichnet, doch ich distanziere mich entschieden von dieser nachgeschobenen Entschuldigung. Denn indem er im gleichen Atemzug seine ‚grundlegende Kritik am Rechtskurs der Union‘ und seine Sorge über ein ‚mögliches weiteres politisches Zusammenrücken von CDU und AfD‘ bekräftigte, kann von einer echten Distanzierung keine Rede sein.

Dieses Muster ist durchschaubar: Erst wird in der Öffentlichkeit gezündelt, und wenn es brennt, wird zurückgerudert – das geht in einer Demokratie gar nicht. Mit solchen Aussagen muss man äußerst vorsichtig umgehen, denn sie verhöhnen die Opfer der NS-Gewaltherrschaft und schaden dem demokratischen Diskurs auf eine Weise, die nicht hinnehmbar ist. Selbst innerhalb der Linkspartei stieß Pantisanos Aussage auf scharfe Ablehnung. Eva von Angern, Spitzenkandidatin der Linken in Sachsen-Anhalt, stellte klar, dass eine Gleichsetzung der CDU mit der AfD absurd sei, und warf Pantisano vor, den Faschismus zu relativieren. Ines Schwerdtner, Co-Vorsitzende der Linken, betonte, man werde alles tun, um die AfD von der Macht fernzuhalten, und dass dies im Osten nur durch Zusammenarbeit mit der CDU gelinge.

Dass ausgerechnet der Radevormwalder Stadtverordnete Fritz Ullmann sich genötigt sieht, eine Pressemitteilung zu veröffentlichen und darin Pantisanos Aussage als ‚bedauerlicherweise den Tatsachen entsprechend‘ zu verteidigen, zeigt, wo er steht. Er stellt sich hinter einen Bundesvorsitzenden, der die Grenzen des demokratischen Diskurses weit überschritten hat, und offenbart damit sein eigenes mangelndes historisches Bewusstsein.

Die CDU ist eine demokratische Partei. Sie steht fest auf dem Boden des Grundgesetzes und grenzt sich klar von extremistischen Parteien wie der AfD ab. Eine Gleichsetzung mit Faschisten ist nicht nur falsch, sie ist eine Verhöhnung aller, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gelitten haben. Meine Position ist klar, meine Haltung ist unmissverständlich, und ich lasse nicht zu, dass solche Entgleisungen unwidersprochen bleiben. Ich distanziere mich ausdrücklich und mit aller Deutlichkeit von den Äußerungen Luigi Pantisanos und von der Pressemitteilung des Radevormwalder Stadtverordneten Fritz Ullmann, der diese unerträgliche Aussage noch zu verteidigen sucht.“


Hier finden Sie die Berichterstattung in der Bergischen Morgenpost.


Foto: Playa20202 (Wikimedia); Lizenz: CC BY-SA 4.0

Trotz knapper Kasse – für iPads für Ratsmitglieder war Geld da

Anfang der Ratsperiode wurden die Ratsmitglieder darüber informiert, dass sie und die Ausschussmitglieder für die Ratsarbeit iPads auf Kosten der Stadt erhalten sollten. Das Linke Forum hakt nach.

Auf unsere Rückfrage hin wurde von Mitarbeitern der Verwaltung bestätigt, dass solche iPads nicht zwingend benötigt würden und auch jedes andere digitale Endgerät geeignet sei, ob Tablet, Laptop oder PC.

Unser Stadtverordneter, Fritz Ullmann hat daraufhin ein solches iPad abgelehnt und arbeitet stattdessen mit einem Thinkpad X240 von 2013, dass er in gutem Zustand für 50 Euro von einer Privatperson auf eigene Kosten erworben hat. Als Betriebssystem nutzt er, wie im LF üblich, ein aktuelles Linux.

„Ich habe mich für diese Lösung entschieden, weil ich der Ansicht bin, dass wenn wir zur Sparsamkeit genötigt sindohne an dieser Stelle im Detail darauf einzugehen, wie begründet oder berechtigt ein solcher Sparzwang in den Kommunen überhaupt ist, während Hunderte Milliarden vom Bund für die Aufrüstung ausgegeben und Monopolkonzerne mit ähnlichen Summen subventioniert werdendann sollten wir als Ratsmitglieder bei uns selbst anfangen und nicht bei gemeinnützigen Aktivitäten und Vereinen oder anderen sogenannten ‚freiwilligen Leistungen‘.“ begründet er diese Entscheidung.

Wir haben in den letzten Ratssitzungen erlebt, wie um selbst relativ kleine Beträge energisch diskutiert wurde – immer unter der Prämisse, dass der Haushalt eng sei und man sich dieses oder jenes, so wünschenswert es für den Bürger sei, einfach nicht leisten könne. Gerade daher erscheint es uns fragwürdig, dass eine solche offensichtlich nicht zwingend notwendige Ausgabe ohne politische Debatte veranlasst wurde – für die Politiker. Deswegen richten wir zur nächsten Ratssitzung am kommenden Dienstag folgende Anfragen an die Verwaltung:

  1. Welche(s) Modell(e) wurde(n) zu (jeweils) welchem Preis beschafft?
  2. Wie hoch waren die Anschaffungskosten insgesamt?
  3. Wie viele Geräte wurden jeweils für welche Fraktionen beschafft?
  4. Wie hoch waren die Anschaffungskosten bezogen auf die einzelnen Fraktionen?

Linkes Forum zieht trotz Wahlfehler nach 5 Jahren wieder in den Rat ein

Wir konnten gestern einen großen Erfolg feiern: Mit 1,38 % ist das Linke Forum nach 5 Jahren wieder im Rat der Stadt Radevormwald vertreten. Besonders hervorzuheben ist, dass wir in unserem Kerngebiet in den Wupperorten, den Wahlbezirken 140 und 150, sogar 4,42 beziehungsweise 4,95 Prozent der Stimmen gewinnen konnten. Unser Spitzenkandidat Fritz Ullmann wird somit in den Stadtrat einziehen.

Wir bleiben in der Offensive

Diesen Erfolg verdanken wir sowohl unseren Wählerinnen und Wählern, als auch dem unermüdlichen Einsatz unserer Wahlhelferinnen und Wahlhelfer, denen wir hiermit für ihre Unterstützung und ihr Vertrauen danken. Wir werden es nicht enttäuschen und unsere Positionen entschlossen vertreten. Wir sind der weltanschauliche Gegenpol zur faschistischen AfD, die unglücklicherweise zur zweitstärksten Fraktion in unserem Stadtrat zu werden droht. Davon werden wir uns nicht einschüchtern lassen: Wir bleiben in der Offensive gegen den modernen Faschismus.

Für eine erfolgreiche Ratsarbeit werden wir uns, wie in der Vergangenheit auch schon, vor allen Dingen auf die große Mehrheit der einfachen Leute in unserer Stadt stützen; ihre Interessen wollen wir mit ihnen gemeinsam durchsetzen.

Erfolg trotz aller Widrigkeiten

Wir haben diesen Erfolg erreicht, obwohl wir nur in 10 von 18 Wahlbezirken antreten konnten. Das alleine zeigt, dass unser Potenzial noch deutlich größer ist.

Aber nicht nur das: Durch einen unserer Ansicht nach schweren Fehler wurde der Name des Linken Forums in den Wahlbezirken, in denen wir antraten, nicht in Fettschrift neben den Kreis auf den Wahlschein gedruckt – dadurch entstand auf den ersten Blick der Eindruck, unsere Kandidatinnen und Kandidaten seien Einzelbewerber. Dies stellte eindeutig eine Ungleichbehandlung dar, gegen die wir im heutigen Wahlausschuss Beschwerde einlegen werden.

Wahlschein-mit-Fehler

Wer das Linke Forum wählen wollte, der musste wortwörtlich das Kleingedruckte lesen. Das akzeptieren wir nicht.

 

Wir sind wieder im Stadtrat!

Das Linke Forum hat mit 1,38 % der Stimmen wieder einen Sitz im Rat der Stadt gewonnen – obwohl wir nicht in allen Wahlbezirken antreten konnten. Ferner gab es einen Vorfall mit den Wahlzetteln.

Fritz Ullmann ist damit wieder Stadtverordneter im Rat der Stadt. Ausführlich werden wir uns morgen zum Wahlergebnis äußern.

Aber jetzt schon danken wir allen unseren Wählerinnen und Wählern, aber auch unseren Kandidatinnen und Kandidaten sowie unseren Wahlhelferinnen und Wahlhelfern, die das möglich gemacht haben.

Der Kampf geht weiter!

Kandidatenvideo Fritz Ullmann, Platz 1 – Schnitt, die Zweite!

Leider mussten wir nun doch tun, was wir nicht wollten – die Admins des Servers haben das Problem bislang nicht in den Griff bekommen, und wir können leider nicht bis nach der Wahl warten, um unsere Kandidaten vorzustellen. Deswegen haben wir von peertube.wtf zu clip.place gewechselt, einem anderen Peertube-Server. Liebe Admins, es ist nicht persönlich und wir wissen Eure Arbeit zu schätzen!

Und daher jetzt nochmal:

Warum macht man linke Politik, und warum in Radevormwald? Wer kandidiert für das Linke Forum? Hier stellen wir unseren Spitzenkandidaten Fritz Ullmann vor. Er erklärt, was ihn motiviert, politisch aktiv zu sein. Er war bereits von 2009 bis 2020 im Stadtrat.

Wir wollen weiterhin künftig nur noch Netzwerke aus dem Fediverse unterstützen (auch wenn wir uns noch in der Übergangsphase befinden). Unsere Kandidatenvorstellung zur Kommunalwahl in Radevormwald könnt Ihr also natürlich zuerst auf unserem neuen Peertube-Kanal sehen  (wir dekorieren noch)! Manchmal muss man eben für sein Glück selbst arbeiten.

Kein Tracking, keine Werbung, keine Algorithmen, kein Einfluss von Tech-Monopolisten, aber unabhängig und kostenlos! Im Fediverse sind Soziale Netzwerke sozial – dezentral und von den Menschen selbst getragen! Das passt auch zu unserer Politik.

Und nun nicht vergessen:

Am 14. September

  1. zum Stadtrat LINKES FORUM wählen!
  2. zum Kreistag Die Linke wählen!

Lesung im Bürgerhaus: Fritz Ullmann liest Mao Zedong

Der Kommunismus war die Weltanschauung, die das 20. Jahrhundert prägte wie keine andere. Dies ist eines seiner Handbücher.

Das Linke Forum lädt am Freitag, dem 12. September, ab 19 Uhr (Einlass ab 18:30 Uhr) zu einer Lesung in den Mehrzweckraum des Bürgerhauses. Dort wird der Spitzenkandidat zum Stadtrat, Fritz Ullmann, aus den weltbekannten „Worten des Vorsitzenden Mao Zedong“ vorlesen.

Im Zuge der Kommunalwahl eine sicherlich ungewöhnliche Aktion. Das Linke Forum ist überparteilich und schließt Kommunistinnen und Kommunisten ausdrücklich mit ein. Deswegen wollen wir den Abend nutzen, um auch über prinzipielle Fragen zu diskutieren und der antikommunistischen Hetze etwas entgegensetzen. Ausführlich erklärt Ullmann in einem Begleitschreiben zur Einladung:

„Warum Mao Zedong? Der Kommunismus war die Weltanschauung, die das 20. Jahrhundert prägte wie keine andere. Es war ein Jahrhundert der Revolutionen gegen den Imperialismus und der Befreiungskämpfe gegen die Kolonialherren, beeinflusst von den Gedanken der Deutschen Marx und Engels, des Russen Lenin, des Georgiers Stalin, des Chinesen Mao Zedong und noch vieler anderer mehr. Der Kommunismus war international und überall ein Thema. Weil er die Perspektive einer lebenswerten Zukunft entwickelte, und genau deswegen wird auch heute noch über den Kommunismus geredet. Er bleibt der Angstgegner der Herrschenden. Ihr Antikommunismus ist nur, in den Worten des Schriftstellers Heinrich Mann, ‚die billige Ausrede, um jede Verbesserung der menschlichen Lage in Verruf zu bringen‘. Verflucht und verhetzt – viel wird über den Aufbau des Sozialismus in der Sowjetunion und den Volksrepubliken gesagt, wenig davon ist wahr, noch weniger belegt. Eine schiere Flut von Unterstellungen, gegen die anständige Historiker beharrlich ankämpfen, aber deren schiere Masse nicht zu bewältigen ist. So sagt dann jeder ‚Jeder weiß doch, dass’, während keiner wirklich etwas weiß.

In diesem Chaos sind die ‚Worte des Vorsitzenden Mao Zedong’ deswegen besonders interessant, weil sie eine unbestreitbare Primärquelle darstellen. In dem ‚kleinen roten Buch’ ist niedergeschrieben, welche Prinzipien und Methoden Kommunisten nach Ansicht der Kommunistischen Partei Chinas haben sollten. In einer Auflage von Abermillionen gedruckt, war es ein Leitfaden, eine direkte Handlungsempfehlung.

Während die Antikommunisten alles eine Lüge nennen können, was da ein Marxist je gesagt hat – hier können sie es nicht. Niemand kann behaupten, dass dieses Buch, Millionen an die Hand gegeben, nicht beschreibt, was die Kommunisten tatsächlich wollen. Daran mag man uns messen, damit mag man versuchen, uns zu verurteilen.“

Der Eintritt ist kostenfrei, Spenden sind natürlich willkommen.

Der Flyer zur Veranstaltung kann man hier als PDF herunterladen – gerne auch zum Weiterverbreiten an Freunde und Bekannte!

Wir freuen uns auf rege Teilnahme und spannende Diskussionen.

MLPD soll nicht zur Wahl zugelassen werden

LF – Linkes Forum protestiert gegen Entscheidung des Bundeswahlausschusses gegen die MLPD

Wir protestieren gegen die gestrige Entscheidung des Bundeswahlausschusses, den Parteivorstand der MLPD (bzw. das Zentralkomitee) für handlungsunfähig und damit die Anzeige zur Teilnahme an der Bundestagswahl für nichtig zu erklären. Das betrifft auch uns, da wir als Teil der Internationalistischen Liste mit unseren Mitgliedern auf den Listen der MLPD kandidieren. Der Sprecher des LF, Fritz Ullmann, kandidiert auf Platz 6 der Landesliste NRW. Das ist eine politisch motivierte Entscheidung, die die Teilnahme der Partei zu den vorgezogenen Bundestagswahlen erschweren und letztlich verhindern soll. Abschließend ist noch nicht über die Zulassung zur Wahl entschieden – das erfolgt im Januar.

SPD und FDP stimmen gegen die Wahlbehinderung

Die Mehrheit bildeten CDU / CSU und Grüne mit der faschistischen AfD. Die Vertreter der SPD und der FDP konnten der vordergründingen Argumentation der Vorsitzenden Ruth Brand nicht folgen; sie selbst übrigens auch nicht. In der Veröffentlichung des Bundestags heißt es: „Dem Vorschlag Ruth Brands, dass der Vorstand der MLPD die Partei beim Einreichen der Beteiligungsanzeige nicht wirksam vertreten konnte, folgten sieben Ausschussmitglieder, drei votierten dagegen, wobei sich die Bundeswahlleiterin selbst enthielt.“ Wir begrüßen, dass die Vertreter von SPD und FDP sich nicht ebenfalls enthielten, sondern offen gegen diese undemokratische Entscheidung stimmten.

Der Vorwand, der für diese Entscheidung konstruiert wurde, war, dass die MLPD ihr Zentralkomitee alle vier Jahre wählt und nicht wie andere Parteien alle zwei Jahre. „Das ist seit der Gründung der Partei 1982 so, und dennoch nimmt sie seit 1987 an Wahlen teil – erst jetzt, zu vorgezogenen Neuwahlen, stellt das plötzlich ein Problem dar, und zwar ohne, dass sich die Gesetzeslage oder die Satzung geändert hätte.“ erklärt Fritz Ullmann. „Passiert das, obwohl, oder weil die MLPD die erforderlichen Unterstützungsunterschriften für die Kandidatur trotz der verkürzten Zeit fast zusammen hat?“ Für ihn sei klar, dass man mit der Kandidatur der MLPD auch die Diskussion um den Sozialismus als einzigen Ausweg aus dem Krisenchaos des Kapitalismus unterdrücken will. „Noch nie hatten wir unmittelbar vor einer Wahl eine solche Welle der Arbeitsplatzvernichtung. Die arbeitende Bevölkerung soll dafür bluten, dass sich Vorstände und Aktionäre die Taschen vollstopfen. Da können die Konzerne niemanden gebrauchen, der ihre Verbrechen anklagt.“

Wahlen waren in der Bundesrepublik Deutschland noch nie frei und fair

Wahlen in der Bundesrepublik sind noch nie wirklich fair und demokratisch gewesen. Mit verschiedenen Tricks wird ein formal legaler Anschein gewahrt, aber letztlich machen die herrschenden Parteien die Gesetze, mit denen sie den wiederum von ihnen kontrollierten Gremien Eingriffe in den vermeintlich freien Prozess der Wahl erlauben. Ein Beispiel dafür ist die „abgestufte Chancengleichheit“, mit der reaktionäre Stadtverwaltungen willkürlich „kleinen Parteien“ weniger Wahlwerbung erlauben, als „großen Parteien“. Es geht nur darum, dass die Parteien, die jetzt Einfluss haben, ihn auch behalten, und dass jeder Konkurrenz die Teilnahme an den demokratischen Prozessen so schwer wie möglich gemacht wird.

Hakenkreuz in der Kirchstraße

Wieder eine Drohung gegen politische Gegner der Faschisten

Am 20. Januar 2023 wurde im Innenbereich des Wohnhauses von Fritz Ullmann in der Kirchstraße in den Wupperorten von Radevormwald ein Hakenkreuz entdeckt. Die Täter müssen sich Zugang zum Gebäude verschafft haben und scheinen die Tat in Eile verübt zu haben.

Es wurde an der Kellertüre einer unbeteiligten Mietpartei angebracht. Die betroffene Partei hat am selben Tag Anzeige erstattet, so dass die Polizei umgehend informiert war.
Da die Polizei somit bereits in Kenntnis gesetzt war, haben wir den Vorfall mit unseren Bündnispartnern vom Runden Tisch gegen Rechts in Radevormwald und dem Internationalistischen Bündnis in Deutschland besprochen. Unsere Bündnispartner teilen unsere Einschätzung:

Es muss davon ausgegangen werden, dass es sich um einen weiteren gezielten Einschüchterungsversuch und damit um eine Drohung gegen Fritz Ullmann als bekannten Antifaschisten und Repräsentanten sowohl des LF, als auch des Runden Tisches gegen Rechts handelt. Bereits am 7. Oktober vergangenen Jahres wurden faschistische Symbole in unmittelbarer Nähe seines Wohnhauses angebracht, nachdem ab Mitte des Jahres mehrere direkte Einschüchterungsversuche durch Faschisten aus dem Umfeld des ehemaligen Freundeskreises Radevormwald erfolgt waren.

Im Ergebnis der Beratungen informieren wir hiermit die Öffentlichkeit über den Vorfall und Fritz Ullmann erstattet Anzeige wegen Hausfriedensbruchs, Verwendung verbotener Symbole und Bedrohung gegen Unbekannt.

Dass sich faschistische Täter Zugang zum Wohnhaus eines Antifaschisten verschafft haben, stellt eine neue Qualität der Bedrohung dar. Das zeigt zum Einen wiederum, dass die bisherigen Aktivitäten der diversen Akteure gegen Rechts im Bündnis mit uns Wirkung entfalten, fordert zum Anderen aber auch alle demokratischen Kräfte zu einem engeren Zusammenrücken und gemeinsamen Vorgehen gegen Rechts heraus.

Seit dem letzten Jahr verweigern die bürgerlichen Parteien in unserer Stadt leider jede praktische Teilnahme am Kampf gegen Rechts. Auch wenn wir das ausdrücklich kritisieren müssen, bleibt unsere Hand zu dieser nötigen Zusammenarbeit ausgestreckt.

Runder Tisch: Schilder gegen Rassismus zum zweiten Mal verschwunden

Runder Tisch gegen Rechts kündigt Aktion zum 19.11. an

Pressemitteilung des Runden Tisches gegen Rechts vom 6.11.2022

Am Samstag, den 5. November, teilten Aktivisten des LF mit, dass an zumindest 5 Ortseingängen die Schilder der Stadt „Wir sind bunt! Kein Platz für Rassismus in Radevormwald“ zum zweiten Mal seit ihrer Aufstellung verschwunden sind. Sie wurden aus den Rahmen entfernt oder sogar Pfosten und Sockel aus dem Boden gerissen. Da wir keine Informationen von der Stadt erhalten haben, gehen wir davon aus, dass es sich wieder um einen Anschlag der neofaschistischen Szene handelt.

Dieser Vorfall unterstreicht dann nochmals, wie dringend nötig ein entschlossenes und gemeinsames Handeln gegen diese Szene ist. Mit der Aufkleberkampagne “Radevormwald gegen Rechts” kündigen wie unsere erste öffentliche Aktion seit dem Neustart an. Wir wollen am Samstag, den 19.11. von 9 bis ca. 13 Uhr am Markt unseren Aufkleber vorstellen und bieten das Gespräch mit den Einwohner:innen an. Den Aufkleber kann jeder kostenlos – wahlweise gegen kleine freiwillige Spende zur Finanzierung unserer Arbeit – von uns bei dieser Gelegenheit bekommen.

Wir wollen mit dieser Aktion und der Aufkleber-Kampagne sowie in vielen Einzelgesprächen das Bewusstsein für das fortbestehende Problem der neofaschistischen und rechten Szene in Radevormwald vertiefen. Mit dem Aufkleber kann man klar für eine demokratische, bunte Stadtgesellschaft und damit auch solidarisch mit von den Neofaschisten bedrohten Menschen Position beziehen. Wir nehmen diese Kampagne zum Anlass, zeitnah Kontakt zu diversen Vereinen und der Stadtverwaltung aufzunehmen und werden alle demokratischen politischen Organisationen weiterhin laufend informieren.

Für den Vorstand des Runden Tisches gegen Rechts

– Für Demokratie und Freiheit –

Mit freundlichen Grüßen

gez.

die kommissarischen Vorsitzenden

Fritz Ullmann und Detlef Förster